// 5-FRAGEN-RALLYE
„Ich möchte meine Begeisterung teilen“
Tennisunterricht aus Leidenschaft: Warum Karl-Heinz Klemm im Alter von 74 Jahren unbedingt C-Trainer werden will.
Sein Lebensmotto greift auch im Sport. „Wenn ich mich für etwas entscheide, dann mache ich es richtig“, sagt Karl-Heinz Klemm. Was für ihn als Unternehmer und studierter Musiker gilt, findet im Tennis seine Fortsetzung. Der Vereinstrainer des TC 81 Hedemünden steht im Februar 2027 vor seiner Lehrprüfung zum C-Trainer. In der Rubrik „5-Fragen-Rallye“ erklärt er, was ihn antreibt und warum er sich über jede Trainerstunde freut.
Frage 1:
Sie haben mit dem Tennis erst im Alter von 38 Jahren begonnen und wollen als 74-Jähriger noch C-Trainer werden. Wie kommt es zu dieser späten Leidenschaft?
Ein Trainer des TNB hat mich vor drei Jahren mit seiner humorvollen und zielgerichteten Art angesteckt. Ich hatte zunächst bei Björn Wagener im Verein Gruppenunterricht – mit Jugendlichen im Alter von 18, 19 und 25 Jahren. Unser Trainer hat dabei seine Begeisterung für Tennis sehr vorgelebt. Und er hat offenbar gemerkt, wie begeistert ich im Gruppentraining mitgemacht habe. Björn Wagener hat mich dann auf den Senior Coach-Lehrgang des TNB hingewiesen, den ich gerne absolviert habe. Danach war es für mich folgerichtig, auch die C-Trainer-Ausbildung zu absolvieren. Denn wer kein Ziel hat, kommt nicht an.

Karl-Heinz Klemm ...
trainiert die 1. Damenmannschaft des TC 81 Hedemünden (TNB-Region Südniedersachsen) und freut sich über zwei Aufstiege des Teams in Folge.
darf abseits des Tennisplatzes auf 35 Jahre als erfolgreicher Unternehmer stolz sein. Seine Firma „Klemm Music Technology“ vertreibt professionelle Hard- und Softwarelösungen.
ist studierter Musiker und ein Könner am Saxofon. Seine musikalische Erfahrung hat er als Leiter eines Jugendorchesters und Musiklehrer vielfach weitergegeben.
war langjähriger Manager des A-cappella-Pop-Quartetts Maybebop, das in Hannover gegründet worden ist und bis heute weltweit Erfolg hat.
Frage 2:
Siege, Aufstiege, Lernkurven oder Spaß: Worum geht es Ihnen, wenn Sie Kindern und Erwachsenen das Tennisspielen beibringen?
Das ist ganz einfach. Ich möchte meine Begeisterung für das Tennis gerne teilen. Es geht mir darum, Kindern und Erwachsenen Grundlagen zu vermitteln und ihnen zu zeigen, dass Bewegung und Teamgeist einfach Spaß machen. Und wenn ich sie dann in ihrer sportlichen und persönlichen Entwicklung unterstützen kann, dann ist das doch einfach großartig.
Frage 3:
Lieber 60 als 90 Minuten: Wieso legen Sie Wert auf XL-Trainingseinheiten? Warum macht Ihnen das Coachen so viel Spaß?
Der Impuls, länger als 60 Minuten zu trainieren, kam von meinen Schülern. Sie haben von Anfang an gesagt: Was, ist die Stunde schon wieder rum? Weil wir gemeinsam vorankommen wollen, habe ich angeboten, 90 statt 60 Minuten am Stück zu trainieren. Und das kommt nicht nur bei Jugendlichen, sondern auch bei Kindern und Erwachsenen super an. Wenn ich nach dem Aufwärmen an der Technik, Taktik und Kondition arbeite und zum Schluss auch noch um Punkte spielen lasse, dann reichen 60 Minuten einfach nicht aus. Außerdem liebe ich es, die Fortschritte und Erfolge der Schülerinnen und Schüler zu erleben. Ich merke immer wieder, dass sie voll motiviert nach Hause gehen, weil sie im Training richtig Spaß hatten.
Frage 4:
Die C-Trainer-Ausbildung des TNB im gehobenen Alter zu durchlaufen, das traut sich nicht jeder. Weshalb haben Sie sich die Lizenz zum Ziel gesetzt?
Meine Antwort darauf klingt vielleicht egoistisch. Aber ich wollte an erster Stelle persönlich für mich dazulernen und mit meinem Wissen nicht irgendwo stehenbleiben. Und ich möchte mich als Trainer weiterentwickeln. Wenn ich Tennisstunden gebe, sehe ich meine Lebenserfahrung als Vorteil. Gegenseitiger Respekt und ein positiver Umgang miteinander sind sehr wichtig. Aber ich möchte auch modernes Tennis weitergeben. Deshalb habe ich mich entschieden, auch die C-Trainer-Ausbildung zu absolvieren. Das Eingangs- und Aufbaumodul waren einfach nur toll – und ja, es war auch anstrengend. Aber die Freude im Anschluss über das Erreichte überwiegt. Besser zu werden, spornt mich einfach an.
Frage 5:
Stimmt es, dass Sie sich im Garten Ihres Privatgrundstücks einen Tennis-Sandplatz für die eigene Nutzung und gezieltes Training haben bauen lassen?
Das stimmt. Ich bin Unternehmer und Arbeitgeber. Wir machen dort Betriebssport. Ich will nicht sagen, dass Spaß am Tennis ein Einstellungskriterium bei mir ist. Aber die Mehrheit meiner Mitarbeitenden spielt Tennis. Da habe ich mir gedacht: Dann machen wir das doch einfach in der Firma möglich. Und dieses Angebot wird rege wahrgenommen. Konflikte zwischen dem Chef und seinen Angestellten sind auf dem Tennisplatz nicht in Sicht. Vor allem dann nicht, wenn ich gewinne. Spaß beiseite: Wir spielen oft morgens erst einmal zwei Stunden Tennis und dann geht es zur Arbeit.

