// MATCHANALYSE:
SO UNTERSCHIEDLICH IST DIE HERANGEHENSWEISE BEIM TENNIS, PADEL UND PICKLEBALL
TENNIS vs PADEL vs PICKLEBALL
Es kommt auf die Feinheiten an. Zwischen den Schlagtechniken und der Spieltaktik liegen beim Tennis, Padel und Pickleball trotz aller Gemeinsamkeiten Welten. Luis Mendez, Padel-Referent der TNB-Region Hannover, erklärt kurz und knapp die Unterschiede sowie Besonderheiten der drei beliebten Rückschlagsportarten.
– TENNIS –

Der Klassiker Tennis besticht durch raumgreifende Bewegungen, Technik und Athletik. Die Schlagtechnik basiert auf einer kinetischen Kette vom Fuß bis in den Schlägerkopf. Der Filzball, mit dem Erwachsene spielen, verfügt über einen hohen Innendruck. Das führt zu einem kraftvollen Sprungverhalten. Je nach Belag springt der Ball hoch und schnell ab.
Die Strategie beim Tennis zielt mehrheitlich darauf ab, den Gegner durch gekonnte Aufschläge, intelligentes Winkelspiel und vor allem Länge unter Druck zu setzen. Andererseits gewinnt im Tennis häufig nicht der Spieler, der mit Druck mehr direkte Punkte erzielt, sondern meistens der Spieler, der sich mit Cleverness weniger Fehler leistet.
Beim Tennisschlag ist es möglich, durch das „Wischen“ über die Saiten massiven Topspin zu erzeugen, der den Ball nach dem Aufsprung hoch abspringen lässt. Oder es wird ein Slice gespielt, der den Ball flach wegrutschen lässt. Der extreme Drall ist möglich, weil die elastische Bespannung und die hohe Ballgeschwindigkeit eine maximale Rotation ergeben.
– PADEL –

Auch in Deutschland boomt Padel. Die Tennis-Variante mit den schnellen Erfolgserlebnissen macht sich sogar Hoffnungen, 2032 eine olympische Sportart zu sein. Padel wird praktisch immer im Doppel gespielt und ist ein taktischer Positionssport. Gespielt wird auf einem umschlossenen Feld mit Glaswänden, die aktiv ins Spiel einbezogen werden. Die Schläge sind überwiegend flach und kontrolliert, um den Ballwechsel stabil zu halten.
Im Mittelpunkt steht ein geduldiges Aufbauspiel: Mit einem präzisen Lob bringt man die Gegner aus der offensiven Netzposition, übernimmt selbst das Netz und steuert den Punkt über Platzierung, Winkel und Timing – nicht über reine Schlaghärte.
Mit der festen Oberfläche des Padelschlägers ist es möglich, den Ball zu „schneiden“. Dabei wird der Schlag fast ausschließlich von oben nach unten als Slice ausgeführt, damit er nach dem Wandkontakt sofort flach nach unten wegfällt und kaum hochspringt. Topspin spielt beim Padel kaum eine Rolle. Der kontrollierte Rückwärtsdrall ist dagegen ein elementares Mittel.
– PICKLEBALL –

Beim Pickleball bietet der löchrige Plastikball kaum Luftwiderstand und hat ein sehr niedriges Sprungverhalten. Die Schlagtechnik – von kurzen Hebeln und feinem Gefühl geprägt – ist minimalistisch. Die Spielstrategie entscheidet sich fast immer an der Non-Volley-Zone. Hier entstehen schnelle Duelle – kurze, flache Bälle, die den Gegner zu Fehlern zwingen sollen.
Pure Kraft ist beim Pickleball oft kontraproduktiv. Es gewinnt mehrheitlich der Spieler, der die Geduld bewahrt, den Ball im Spiel hält und erst im perfekten Moment den Angriffsschlag setzt, wenn zuvor ein Ball hoch genug abgesprungen war.
Obwohl der Plastikball wenig Griffigkeit bietet, lässt sich Spin beim Pickleball durch kurze, präzise Handgelenkbewegungen erzeugen. Der Ball taucht kurz hinter dem Netz ab oder verspringt beim Aufkommen seitlich. Drall spielt keine so dominante Rolle wie beim Tennis, hilft aber, um in den engen Duellen die Flugkurve des Balles zu manipulieren.

